Welche Beratung unterstützt bei Science Based Targets (SBTi)?
Wer ernsthaft Klimaziele setzen will, kommt an den Science Based Targets kaum vorbei. Das Science Based Targets initiative (SBTi)-Framework gibt Unternehmen einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, um CO2-Reduktionsziele zu definieren, die mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar sind. Doch zwischen dem Entschluss, Klimaziele zu verfolgen, und einer erfolgreich validierten SBTi-Zertifizierung liegen methodische Anforderungen, Datenarbeit und strategische Entscheidungen, die viele Unternehmen ohne externe Unterstützung schnell an ihre Grenzen bringen.
Dieser Beitrag erklärt, wann eine SBTi-Beratung sinnvoll ist, welche Aufgaben sie konkret übernimmt und wie sich die Arbeit mit Science Based Targets mit bestehenden ESG-Anforderungen wie der CSRD verbinden lässt.
Wann braucht ein Unternehmen externe SBTi-Unterstützung?
Nicht jedes Unternehmen benötigt von Anfang an externe Hilfe, aber die meisten stoßen spätestens dann an Grenzen, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Ziele geht. Die SBTi-Methodik unterscheidet zwischen verschiedenen Sektoren, Emissionsscopes und Zieltypen, und die Wahl des richtigen Ansatzes hat direkte Auswirkungen auf Ambitionsniveau und Umsetzbarkeit.
Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen fehlt oft die interne Kapazität, um eine vollständige CO2-Bilanz nach anerkannten Standards zu erstellen, Scope-3-Emissionen systematisch zu erfassen und die Ziele anschließend so zu dokumentieren, dass sie einer externen Validierung standhalten. Auch Unternehmen, die bereits erste Schritte unternommen haben, aber unsicher sind, ob ihr Ansatz den Anforderungen der SBTi entspricht, profitieren von einer fachkundigen Begleitung. Externe Unterstützung ist außerdem dann besonders wertvoll, wenn interne Ressourcen begrenzt sind oder das Thema neben dem Tagesgeschäft bearbeitet werden muss.
Welche Aufgaben eine SBTi-Beratung übernimmt
Eine spezialisierte SBTi-Beratung begleitet den gesamten Prozess, von der Datenbasis bis zur eingereichten Zieldokumentation. Das beginnt mit der Erhebung und Strukturierung der relevanten Emissionsdaten über alle drei Scopes, also direkte Emissionen, Energieverbrauch und vorgelagerte sowie nachgelagerte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.
Von der Datenerhebung bis zur Zieldefinition
Auf Basis einer vollständigen Treibhausgasbilanz werden anschließend geeignete Reduktionspfade berechnet. Die SBTi bietet verschiedene Methoden an, etwa den Absolute Contraction Approach oder sektorspezifische Ansätze, und die Wahl hängt von Branche, Größe und strategischer Ausrichtung des Unternehmens ab. Eine gute Beratung erklärt nicht nur, welche Methode passt, sondern auch warum, und welche Konsequenzen das für die operative Umsetzung hat.
Vorbereitung auf die Validierung
Die eigentliche Einreichung bei der SBTi erfordert eine präzise Dokumentation der Ziele in einem vorgeschriebenen Format. Fehler oder Lücken in der Datenbasis führen häufig zu Rückfragen oder Verzögerungen im Validierungsprozess. Eine erfahrene Beratung kennt die typischen Stolperstellen und stellt sicher, dass die Einreichung vollständig und konsistent ist. Das spart Zeit und reduziert das Risiko, den Prozess mehrfach durchlaufen zu müssen.
Worauf bei der Auswahl einer SBTi-Beratung achten?
Die Qualität einer SBTi-Beratung zeigt sich weniger in Zertifikaten als in der praktischen Erfahrung mit dem gesamten Prozess. Wer nur theoretisches Wissen mitbringt, kann bei der konkreten Datenarbeit und der Validierungsvorbereitung schnell an Grenzen stoßen.
Folgende Aspekte helfen bei der Auswahl:
- Nachweisbare Erfahrung mit abgeschlossenen SBTi-Einreichungen, nicht nur konzeptioneller Beratung
- Kenntnisse in der Treibhausgasbilanzierung nach GHG Protocol, da dies die methodische Grundlage für alle SBTi-Ziele bildet
- Verständnis für die betriebliche Realität des Unternehmens, besonders wenn es um die Erfassung von Scope-3-Daten geht
- Transparenz über den Zeitaufwand und die notwendigen internen Ressourcen auf Unternehmensseite
Wichtig ist auch, dass die Beratung nicht nur den Einreichungsprozess begleitet, sondern das Unternehmen dabei unterstützt, die gesetzten Ziele operativ zu verankern. Klimaziele, die nach der Validierung in der Schublade verschwinden, verfehlen ihren Zweck.
SBTi und CSRD: Synergien sinnvoll nutzen
Science Based Targets und die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) lassen sich gut miteinander verbinden, weil beide auf einer soliden Datenbasis aufbauen und ähnliche Informationen erfordern. Wer für die SBTi bereits eine vollständige Treibhausgasbilanz erstellt und Reduktionspfade dokumentiert hat, legt damit gleichzeitig wichtige Grundlagen für die CSRD-Berichterstattung nach ESRS E1.
Nach dem aktuell verabschiedeten Omnibus-Rechtsakt werden Unternehmen für die CSRD grundsätzlich nur noch dann berichtspflichtig, wenn sie beide Schwellen überschreiten: mehr als 1.000 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz pro Jahr. Zusätzlich wurden die Anwendungstermine verschoben: Unternehmen, die ursprünglich ab 2026 hätten berichten müssen, sind nun erst ab 2028 berichtspflichtig. Für viele mittelständische Unternehmen bedeutet das mehr Zeit zur Vorbereitung, aber keinen Grund, das Thema aufzuschieben. Wer jetzt in eine strukturierte Nachhaltigkeitsstrategie investiert und dabei SBTi-konforme Klimaziele entwickelt, schafft eine Grundlage, die langfristig trägt, unabhängig davon, ob eine formale Berichtspflicht besteht.
Die Verbindung von SBTi und CSRD ist besonders dann effizient, wenn beide Themen in einer gemeinsamen Beratungsstruktur bearbeitet werden. So werden Daten nur einmal erhoben, Prozesse aufeinander abgestimmt und interne Ressourcen geschont. Mehr dazu, wie sich CSRD-Anforderungen für den Mittelstand strukturiert angehen lassen, findet sich unter CSRD-Readiness für den Mittelstand.
Wie wir bei Science Based Targets unterstützen
Wir bei Adconterra begleiten Unternehmen durch den gesamten SBTi-Prozess, von der ersten Standortbestimmung bis zur validierten Zieldokumentation. Dabei verbinden wir methodisches Know-how mit einem tiefen Verständnis für betriebliche Abläufe, was besonders dann wichtig ist, wenn Scope-3-Daten aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammengeführt werden müssen.
Konkret unterstützen wir bei:
- der Erstellung einer vollständigen CO2-Bilanz als Grundlage für die Zieldefinition
- der Auswahl und Anwendung der passenden SBTi-Methodik für Ihre Branche und Unternehmensgröße
- der Vorbereitung und Begleitung der Einreichung bei der SBTi
- der Verknüpfung der Klimaziele mit bestehenden oder geplanten CSRD-Berichtspflichten
- der operativen Verankerung der Reduktionsziele in Unternehmensstrategie und Prozessen
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Unternehmen aktuell steht und welche nächsten Schritte sinnvoll sind, sprechen Sie uns gerne an. Wir machen gemeinsam eine erste Einschätzung, ohne Umwege.
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