Wie gelingt Klimaberatung für Unternehmen mit CSRD-Berichtspflicht?
Unternehmen mit CSRD-Berichtspflicht stehen vor einer konkreten Frage: Wie lässt sich Klimaberatung so gestalten, dass sie nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllt, sondern auch strategisch verwertbare Erkenntnisse liefert? Die Antwort liegt in einem strukturierten Vorgehen, das CO₂-Bilanz, Wesentlichkeitsanalyse und Klimastrategie miteinander verbindet. Gerade für Nachhaltigkeitsverantwortliche, die intern Koordinationsaufgaben übernehmen und gleichzeitig externe Berichtspflichten im Blick behalten müssen, ist ein klares methodisches Gerüst entscheidend.
Die regulatorische Lage hat sich zuletzt verändert. Nach dem verabschiedeten Omnibus-Rechtsakt auf EU-Ebene sind Unternehmen für die CSRD grundsätzlich nur noch dann berichtspflichtig, wenn sie beide Schwellen überschreiten: mehr als 1.000 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt und mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz pro Jahr. Durch die separate „Stop-the-clock“-Richtlinie wurden die Anwendungstermine zudem verschoben. Unternehmen der bisherigen Welle 2 müssen nicht mehr ab 2026 berichten, sondern erst ab 2028. Trotzdem lohnt es sich, jetzt mit der Vorbereitung zu beginnen.
CSRD-Anforderungen an die Klimaberichterstattung im Überblick
Die CSRD verlangt von berichtspflichtigen Unternehmen eine umfassende Offenlegung klimabezogener Informationen nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Im Bereich Klimawandel ist vor allem der Standard ESRS E1 relevant, der Angaben zu Treibhausgasemissionen, Klimarisiken und der Ausrichtung auf Klimaziele fordert. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Geschäftsstrategie und Klimaauswirkungen.
Was viele Unternehmen unterschätzen: Die CSRD-Anforderungen gehen weit über eine einfache CO₂-Bilanzierung hinaus. Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen müssen erfasst, bewertet und im Kontext von Klimazielen eingeordnet werden. Wer sich frühzeitig mit den ESRS-Anforderungen auseinandersetzt, vermeidet spätere Nacharbeiten und schafft eine belastbare Datenbasis für den Nachhaltigkeitsbericht.
CO₂-Bilanz als Grundlage der Klimaberatung
Eine fundierte CO₂-Bilanz bildet das Fundament jeder ernsthaften Klimaberatung für Unternehmen. Ohne belastbare Emissionsdaten lassen sich weder Klimarisiken realistisch einschätzen noch glaubwürdige Reduktionsziele formulieren. Die Bilanz erfasst systematisch alle relevanten Treibhausgasquellen entlang der Wertschöpfungskette und übersetzt sie in eine vergleichbare Größe: CO₂-Äquivalente.
Für CSRD-pflichtige Unternehmen ist besonders die Erfassung der Scope-3-Emissionen herausfordernd, da sie Emissionen aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten umfassen, also etwa Lieferketten, Logistik oder die Nutzungsphase von Produkten. Dennoch ist genau dieser Bereich oft der größte Hebel für echte Klimawirkung. Eine gut aufgebaute CO₂-Bilanz liefert nicht nur Berichtsdaten, sondern zeigt auch, wo Reduktionsmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll sind.
Wesentlichkeitsanalyse und Klimarisiken richtig einordnen
Im Rahmen der CSRD ist die doppelte Wesentlichkeitsanalyse ein zentrales Instrument. Sie bewertet zum einen, wie stark das Unternehmen durch klimabezogene Risiken und Chancen betroffen ist (finanzielle Wesentlichkeit), und zum anderen, welche Auswirkungen das Unternehmen selbst auf das Klima hat (Auswirkungswesentlichkeit). Beide Perspektiven müssen dokumentiert und begründet werden.
Klimarisiken lassen sich dabei in physische Risiken (wie Extremwetterereignisse oder veränderte Niederschlagsmuster) und transitorische Risiken (wie regulatorische Änderungen oder Verschiebungen in der Nachfrage) unterteilen. Eine strukturierte Risikoanalyse hilft, diese Risiken nicht nur zu identifizieren, sondern auch nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungstiefe zu priorisieren. Das Ergebnis fließt direkt in die Klimastrategie ein und bildet die argumentative Basis für den Nachhaltigkeitsbericht.
Klimastrategie und Maßnahmenplan CSRD-konform aufsetzen
Eine CSRD-konforme Klimastrategie geht über allgemeine Absichtserklärungen hinaus. Sie verlangt konkrete Ziele, messbare Kennzahlen und einen nachvollziehbaren Maßnahmenplan, der zeigt, wie das Unternehmen seine Emissionen im Zeitverlauf reduzieren will. Idealerweise orientiert sich die Zielsetzung an wissenschaftlich fundierten Pfaden, etwa den Science Based Targets (SBTi).
Beim Aufbau einer solchen Strategie empfiehlt es sich, die Maßnahmen nach Zeithorizont und Verantwortlichkeit zu strukturieren. Kurzfristige Maßnahmen wie Energieeffizienzprojekte oder die Umstellung auf erneuerbare Energien lassen sich oft schnell umsetzen und zeigen bereits im ersten Berichtszeitraum Wirkung. Mittel- und langfristige Maßnahmen, etwa die Transformation der Lieferkette, erfordern mehr Vorlaufzeit, sind aber für das Erreichen von Netto-Null-Zielen unerlässlich. Eine Nachhaltigkeitsstrategie, die Klimaaspekte systematisch integriert, stärkt zudem die interne Steuerungsfähigkeit und schafft Transparenz gegenüber Stakeholdern.
Externe Klimaberatung als Unterstützung für Nachhaltigkeitsverantwortliche
Nachhaltigkeitsverantwortliche tragen intern eine hohe Koordinationslast: Sie müssen Daten aus verschiedenen Fachabteilungen zusammenführen, Methoden erklären, Zeitpläne einhalten und gleichzeitig die Qualität der Berichtsinhalte sicherstellen. Externe Klimaberatung entlastet an genau diesen Stellen, ohne die interne Verantwortung zu ersetzen.
Eine gute externe Beratung bringt methodisches Know-how mit, das intern oft nicht in der erforderlichen Tiefe vorhanden ist, zum Beispiel zu ESRS-Anforderungen, anerkannten Bilanzierungsstandards oder zur rechtssicheren Formulierung von Nachhaltigkeitszielen. Gleichzeitig kennt sie die betriebliche Realität und kann Lösungen entwickeln, die sich in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Wie wir bei der Klimaberatung für CSRD-pflichtige Unternehmen unterstützen
Wir begleiten Unternehmen Schritt für Schritt durch alle Phasen der Klimaberatung, von der ersten Bestandsaufnahme bis zum fertigen, CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht. Unsere Unterstützung ist praxisnah und auf die konkreten Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen ausgerichtet. Im Einzelnen umfasst unser Leistungsangebot:
- Erstellung einer belastbaren CO₂-Bilanz nach anerkannten Standards (Scope 1, 2 und 3)
- Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse gemäß ESRS-Anforderungen
- Analyse physischer und transitorischer Klimarisiken und -chancen
- Entwicklung einer CSRD-konformen Klimastrategie mit konkretem Maßnahmenplan
- Begleitung bei der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts, inklusive klimabezogener Kapitel
- Übernahme der Rolle des externen Nachhaltigkeitsmanagers für Unternehmen ohne eigene Kapazitäten
Wer jetzt mit der Vorbereitung beginnt, gewinnt Zeit und Planungssicherheit, unabhängig davon, ob die Berichtspflicht 2028 oder zu einem späteren Zeitpunkt greift. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und erfahren Sie, wie wir Ihr Unternehmen konkret unterstützen können.
Ähnliche Artikel
- Welche Nachhaltigkeitskennzahlen sollten Unternehmen für Produkte festlegen?
- Welche Sanktionen drohen bei fehlerhafter CSRD Berichterstattung?
- Was ist CSRD Berichterstattung und wen betrifft sie?
- Wie erstellt man Nachhaltigkeitsberichte für multinationale Konzerne?
- Wie definiert man aussagekräftige Nachhaltigkeitskennzahlen?



