Wie lange dauert die Vorbereitung auf die CSRD Berichterstattung?
Die Vorbereitung auf die CSRD Berichterstattung dauert in der Regel zwischen 12 und 18 Monaten, wenn ein Unternehmen strukturiert und mit ausreichend Vorlaufzeit vorgeht. Für Unternehmen, die noch keine Nachhaltigkeitsstrukturen aufgebaut haben, kann der Prozess auch länger dauern. Wer frühzeitig beginnt, vermeidet Zeitdruck und legt gleichzeitig eine solide Grundlage für eine strategisch wertvolle Berichterstattung.
Nach dem aktuell verabschiedeten Omnibus-Rechtsakt gelten verschärfte Schwellenwerte: Berichtspflichtig sind Unternehmen grundsätzlich nur noch dann, wenn sie sowohl mehr als 1.000 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt als auch mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz pro Jahr aufweisen. Zudem wurden die Anwendungstermine verschoben: Unternehmen, die ursprünglich ab 2026 berichten sollten, sind nun erst ab 2028 berichtspflichtig. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Vorbereitungsprozess.
Welche Phasen umfasst der CSRD-Vorbereitungsprozess?
Der CSRD-Vorbereitungsprozess gliedert sich typischerweise in vier aufeinanderfolgende Phasen: Bestandsaufnahme und Gap-Analyse, doppelte Wesentlichkeitsanalyse, Datenerfassung und Systemaufbau sowie Berichtserstellung und Prüfvorbereitung. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und erfordert eine klare Verantwortlichkeit im Unternehmen.
In der ersten Phase wird analysiert, welche Nachhaltigkeitsthemen bereits im Unternehmen verankert sind und wo Lücken bestehen. Dabei geht es nicht nur um vorhandene Daten, sondern auch um Prozesse, Verantwortlichkeiten und interne Kommunikationswege. Diese Bestandsaufnahme bildet die Basis für alle weiteren Schritte.
Die zweite Phase, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, ist das Herzstück der CSRD-Vorbereitung. Sie bestimmt, über welche Themen das Unternehmen letztlich berichten muss. Anschließend folgt der systematische Aufbau von Datenerfassungsprozessen, bevor in der letzten Phase der eigentliche Bericht nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt wird.
Wie lange dauert die doppelte Wesentlichkeitsanalyse?
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse dauert in der Praxis zwischen zwei und vier Monaten. Der genaue Zeitaufwand hängt stark davon ab, wie viele Stakeholder einbezogen werden, wie komplex die Wertschöpfungskette des Unternehmens ist und ob bereits Vorarbeiten existieren.
Die doppelte Wesentlichkeit betrachtet zwei Perspektiven gleichzeitig: die Auswirkungswesentlichkeit, also wie das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft wirkt, und die finanzielle Wesentlichkeit, also wie Nachhaltigkeitsthemen das Unternehmen selbst finanziell beeinflussen. Beide Perspektiven müssen systematisch analysiert und dokumentiert werden.
Für eine belastbare Analyse sind Stakeholder-Befragungen, interne Workshops und eine strukturierte Bewertungsmatrix notwendig. Besonders zeitintensiv ist häufig die Abstimmung mit verschiedenen Fachabteilungen, da diese unterschiedliche Einschätzungen zu Wesentlichkeitsthemen einbringen. Wer diese Phase unterschätzt, riskiert eine lückenhafte Berichtsgrundlage, die später aufwendig nachgebessert werden muss.
Welche internen Ressourcen werden für die CSRD-Vorbereitung benötigt?
Für die CSRD-Vorbereitung werden interne Ressourcen aus mehreren Unternehmensbereichen benötigt: eine koordinierende Nachhaltigkeitsfunktion, Unterstützung aus Controlling und Finanzen, Einbindung von HR, Einkauf und Produktion sowie die Rückendeckung der Geschäftsführung. Ohne bereichsübergreifende Zusammenarbeit ist eine vollständige CSRD Berichterstattung im Unternehmen kaum realisierbar.
Der Nachhaltigkeitsverantwortliche oder Sustainability Manager übernimmt dabei die zentrale Koordinationsrolle. Er oder sie sammelt Informationen aus den Fachabteilungen, steuert den Zeitplan und sorgt dafür, dass die Anforderungen der ESRS korrekt umgesetzt werden. Diese Rolle erfordert sowohl fachliches Know-how als auch ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten.
Für viele mittelständische Unternehmen ist die Herausforderung weniger die fehlende Bereitschaft als die fehlende Kapazität. Häufig gibt es keine dedizierte Nachhaltigkeitsstelle, sodass die Vorbereitung zusätzlich zu bestehenden Aufgaben geleistet werden muss. In solchen Fällen kann die Einbindung externer Unterstützung den entscheidenden Unterschied machen.
Was passiert, wenn ein Unternehmen zu spät mit der CSRD-Vorbereitung beginnt?
Wer zu spät mit der CSRD-Vorbereitung beginnt, riskiert eine unvollständige oder nicht prüffähige Berichterstattung, mögliche Compliance-Risiken und einen erheblichen Mehraufwand durch nachträgliche Datenbeschaffung. Im schlimmsten Fall kann eine fehlende oder mangelhafte Berichterstattung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ein besonders kritischer Punkt ist die Datenhistorie: Viele ESRS-Anforderungen verlangen Vergleichsdaten aus Vorjahren. Wer erst kurz vor dem Berichtstermin beginnt, kann diese Daten oft nicht mehr rückwirkend erheben. Das führt zu Lücken im Bericht, die von Prüfern beanstandet werden können.
Darüber hinaus leidet die strategische Qualität des Berichts, wenn er unter Zeitdruck entsteht. Die CSRD Berichterstattung soll nicht nur eine Compliance-Pflicht erfüllen, sondern auch strategische Erkenntnisse liefern und das Unternehmen gegenüber Investoren, Kunden und Geschäftspartnern positionieren. Wer nur noch reagiert statt gestaltet, verschenkt dieses Potenzial.
Wie kann die Vorbereitungszeit auf die CSRD verkürzt werden?
Die Vorbereitungszeit auf die CSRD lässt sich durch drei Maßnahmen gezielt verkürzen: frühzeitige Priorisierung der wesentlichen Themen, den Einsatz strukturierter Methoden und Vorlagen sowie die Einbindung erfahrener externer Unterstützung. Wer diese Hebel kombiniert, kann den Prozess deutlich effizienter gestalten, ohne an Qualität einzubüßen.
Ein häufiger Zeitverlust entsteht durch unklare Zuständigkeiten und fehlende Prozessstruktur. Wenn von Anfang an festgelegt ist, wer welche Daten liefert, in welchem Format und bis wann, läuft die Datenerfassung deutlich reibungsloser. Klare Vorlagen und ein verbindlicher Projektplan sind dabei keine Bürokratie, sondern echte Zeitersparnisse.
Auch die Nutzung bereits vorhandener Daten und Strukturen spart Zeit. Viele Unternehmen erfassen bereits Energieverbrauchsdaten, Personalzahlen oder Lieferanteninformationen, ohne diese systematisch für die Nachhaltigkeitsberichterstattung aufzubereiten. Ein gezielter Blick auf bestehende Systeme zeigt oft, dass mehr Grundlage vorhanden ist als zunächst angenommen.
Wie Adconterra Sie bei der CSRD-Vorbereitung unterstützt
Die CSRD-Vorbereitung ist ein komplexer, ressourcenintensiver Prozess, der strategisches Know-how, methodische Sorgfalt und bereichsübergreifende Koordination erfordert. Genau hier setzen wir an.
Als spezialisierte Nachhaltigkeitsberatung begleiten wir Unternehmen durch den gesamten Vorbereitungsprozess, von der ersten Bestandsaufnahme bis zum fertigen, prüffähigen Bericht. Konkret unterstützen wir Sie bei:
- Gap-Analyse und Projektplanung: Wir ermitteln, wo Ihr Unternehmen heute steht und entwickeln einen realistischen Fahrplan für die CSRD Berichterstattung.
- Doppelte Wesentlichkeitsanalyse: Wir begleiten den gesamten Analyseprozess methodisch fundiert, inklusive Stakeholder-Einbindung und Dokumentation nach ESRS.
- Datenerfassung und Systemaufbau: Wir unterstützen bei der strukturierten Erhebung und Aufbereitung aller relevanten ESG-Daten entlang der Wertschöpfungskette.
- Berichtserstellung: Wir erstellen gesetzeskonforme Nachhaltigkeitsberichte, die nicht nur Pflichtanforderungen erfüllen, sondern auch strategisch wertvolle Aussagen treffen.
- Externe Nachhaltigkeitsmanagement-Funktion: Für Unternehmen ohne eigene Nachhaltigkeitsstelle übernehmen wir flexibel die koordinierende Rolle.
Ob Sie 2026 oder erst 2028 berichtspflichtig werden: Der richtige Zeitpunkt zum Starten ist jetzt. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch und erfahren Sie, wie wir Ihre CSRD-Vorbereitung effizient und zielgerichtet gestalten können. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: Tel.: +49 (0)208 740 104 81 oder E-Mail: hello@adconterra.de.
Ähnliche Artikel
- Welche Daten müssen für die CSRD Berichterstattung intern erfasst werden?
- Wie unterscheidet sich CSRD Berichterstattung von TCFD-Anforderungen?
- Wie unterscheidet sich CSRD Berichterstattung für kleine und große Unternehmen?
- Welche steuerlichen Auswirkungen hat Nachhaltigkeitsreporting?
- Was sind Best Practices für die Datenvalidierung im Nachhaltigkeitsreporting?


